Diesel-Skandal: Autohersteller finanzierten Tierversuche


Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO vor Dieselabgasen gewarnt und sie als krebserregend eingestuft hatte, finanzierten Autohersteller in den USA Tierversuche, um zu belegen, dass Dieselfahrzeuge keine Gesundheitsschäden verursachen.

Ausgeführt wurden die Tierversuche im Jahr 2014 von einem Labor im amerikanischen Albuquerque im Bundesstaat New Mexiko. Offenbar sollte die Studie die politische Debatte um Dieselfahrzeuge beeinflussen. Bei dem Experiment mussten zehn Makaken in einer luftdichten Kammer vier Stunden die Abgase eines VW Beetle einatmen. Um die Affen zu beruhigen, wurden ihnen Zeichentrickfilme gezeigt.

Die Studie wurde von der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT), die von VW, Daimler, BMW und Bosch gemeinsam finanziert wurde, in Auftrag gegeben.

Um den Diesel-Skandal war es recht ruhig geworden. Das Bekanntwerden der Tierversuche hat den Diesel-Skandal aber zum Leidwesen  der Automobil-Hersteller wieder in die Schlagzeilen gebracht.

VW entschuldigte sich mittlerweile für die Versuche: „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten.“

Daimler versprach, die Hintergründe der Studie aufzuklären. Der Konzern distanzierte sich von den Experimenten: „Wir halten die Tierversuche in der Studie für überflüssig und abstoßend.“ Man habe eine Untersuchung eingeleitet, teilte Daimler mit.

Eigentlich sind die Tierversuche doch überflüssig, da seit Jahren schon bundesweit ein Großversuch mit Menschen stattfindet, der allerdings vom Bundesverwaltungsgericht am 22.02.2018 beendet werden könnte. Denn da entscheidet das höchste deutsche Verwaltungsgericht  darüber, ob Städte und Gemeinden Fahrverbote verhängen müssen, um die Luftbelastung zu verringern.

 
  Veröffenlicht am: 21. Februar 2018
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